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Mittwoch, 13. Januar 2021

Esther´s Waldgeflüster

Tropfen um Tropfen, mal langsamer, mal kleiner und vorsichtiger, mal dichter und gröber, es ist Winter. Es regnet.  Alles weicht ein, wird quitschiger, wird schleimiger, wird nasser. Regen fällt auf Blatt, Blatt wird nasser und klebt. Mensch läuft drüber und Blatt fährt mit, Blatt klebt am Schuh, Blatt klebt an Fußmatte, Blatt liegt auf Fussboden. Regen ist so wichtig! Jajaja. Wir brauchen Regen! Aber so ein bißchen mehr Licht wäre auch nicht schlecht. Schnee würde Licht bringen, aber Schnee ist auch nur beim Blick aus dem Fenster wunderschön. Früher war im Januar mehr Schnee, mehr Kälte, klirrende Kälte. Das war schön, als wir uns mit vom eiisigen Ostwind zerrissenen Lippen, mit Grippe und Rückenschmerzen durch die Eismassen kämpften und großartig war es, wenn die Strassen so richtig glatt waren, weil die Stadt kein Salz mehr hatte, niemand mehr Salz hatte, um uns die Wege freizuräumen. Was war das schön, wenn man ahnungslos über die Strasse sprang und und dann wie ein warmer Kuhfladen ausrutschend auf die Strasse platschte.

Wat war es gut, wenn alle mit ihrem Dreck in den Laden latschten und dann abgetaut wieder gingen. Wat war es schön, als vor vierzig Jahren mal die ganze Stadt per Schlittschuh erreichbar war, die Flughäfen zugefroren und die Eisbrecher sich an den Küsten abkämpften.

Wenn wir in zwei Jahren wieder durchgeknallt durch die Monate rasen und unsere Privatpartys nur noch stressen, werden wir von den Coronazeiten schwärmen, in denen kein Freund und kein Nachbar uns vom Nichtstun abgehalten hat. Im Rückblick werden wir vom Januar schwärmen, der uns in aller Gelassenheit unser Porter trinken ließ, der uns Ruhe und Entspannung brachte, der uns zum ersten Mal zeigte, daß die Farbe des Porter die der Blätter im Garten ist, der uns zeigte, wie leuchtend schön das Moos im Winter, der uns zeigte, daß es auch mal jut is wie es is.



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